DAS EU-PRINZIP oder WIE MAN WACHSTUM GENERIERT

Krake Euro Dollar - kleinDie EU-Krise ist ein hochkomplizierter Prozeß. So hochkompliziert, daß er selbst von Spitzenpolitikern und hochdotierten Experten nicht überschaut werden kann. Täglich tauchen neue Überraschungen auf, die nur eins gemeinsam haben:

Sie führen die Völker der Brüsseler Diktatur immer tiefer in die Schuldknechtschaft.

Um den betroffenen Bürgern, die nicht mit dem überragendem Intellekt einer Angela Merkel oder eines Herrn Schäuble gesegnet sind, diese Zusammenhänge verständlich zu machen, empfiehlt sich daher die vereinfachte Darstellung, eine Darstellung in Form eines Gleichnisses oder einer Fabel.

Bereits Jesus, der die Wucherer aus dem Tempel prügelte, fand mit diesen kleinen Geschichten Gehör bei einem, von den Herrschenden genau so dumm gehaltenen Volk, wie dem Heutigem.

Beschränken wir uns also auf drei Akteure und einige Statisten:

Zunächst Kleoniki Amethea (im Folgenden kurz Kleo genannt), eine konsumgewohnte Dame mit mäßigem, aber regelmäßigem Einkommen, einer geerbten Stadtvilla in allerbester Lage und hundertprozentig angepaßtem Sozialverhalten.

Insbesondere ihren Beitrag zum unendlichen Wirtschaftswachstum leistet sie gerne und bemüht sich dabei, zu ihren besser gestellten Nachbarn aufzuschließen oder diese sogar zu toppen. Da ihre Mittel diesem angestrebten Wachstum nicht ganz folgen können, nimmt sie gerne die Dienste der örtlichen Bank in Anspruch und pflegt eine progressive Kreditlinie.

Und damit kommen wir zum zweiten Mitspieler, dem traditionsreichem Bankhaus Goldmanns Sack & Pack (ehemals Goldmann Sack & Söhne, aber inzwischen zeitgemäß gegendert).

In seinem schon über Jahrhunderte betriebenem Geschäft als professioneller Wucherer erlebte daß Bankhaus Höhen und Tiefen.

Seine einfallsreichen Methoden, um sich möglichst alle Besitztümer der Umgebung einzuverleiben trafen nicht immer auf Gegenliebe. Gelegentlich wurde ihm sogar die Hütte abgefackelt und seine Sippe aus der Stadt getrieben. Nichtsdestotrotz fand daß Bankhaus immer Wege, wieder auf einen grünen Zweig zu kommen und erneut seinen Raibach zu machen.

In letzter Zeit drohte jedoch neues Ungemach. Die immer weiter klaffende Schere zwischen Arm und Reich sorgte auch in den Büchern der Goldmanns für ein gestörtes Gleichgewicht. Die Gewinner des Wirtschaftswachstums verfügten über immer mehr Geldmittel, die sie selbst bei ihrem abnormalen Lebensstil nicht mehr vollständig verprassen konnten und die sie deshalb in zunehmenden Maße gut verzinst im Bankhaus anlegten. Auf der anderen Seite wurden Zins zahlende Schuldner immer knapper.

Die Goldmanns konnten dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen und wandten sich an den Dritten im Bunde, die Bimbo’O Bama Handelsgesellschaft mbbH (mit besonders beschränkter Haft), kurz BiBa.

Die Geschäfte der BiBa wurden von einem Schwager der Goldmanns geführt. Von der Verantwortung eines mittelständischen Unternehmers hatte er sich beizeiten befreit indem er die Position des Managers einführte. Die Haftung für etwaige Verluste wurde dem Fußvolk einer Vielzahl kleiner Teilhaber ohne durchsetzbaren Mitbestimmungsrechten auferlegt.

Auch die Zahlen der BiBa näherten sich in letzter Zeit immer mehr der roten Linie. Um diesen Mißstand zu beseitigen, mußte der Absatzmarkt deutliche erweitert werden.

Einer ihrer besten Kunden war Kleo,. deren Kreditwürdigkeit sich inzwischen auch dem Ende der Fahnenstange näherte, da sie bis jetzt noch nicht bereit war, Haus und Hof im Dienst des globalen Wachstums zu verpfänden.

Soweit die Ausgangssituation, die allerdings keine rosige Zukunft erahnen läßt.

Um dem Dilemma zu entkommen, tagen die G8 (die acht aktiv agierenden Goldmanns) hinter den verschlossenen Türen eines Lokals am Bilder Berg, selbstverständlich unter Ausschluß der Kleinaktionäre der BiBa, und entwickeln einen neuen Wachstumsplan.

Die BiBa erhält von Goldmann Sack & Pack einen beachtlichen Wirtschaftsförderungskredit. Dieser versetzt die BiBa in die Lage, Kleo jedes in Rundfunk und Fernsehen beworbene Produkt über einen günstigen Hauskredit anzubieten. Darüber hinaus übernimmt die BiBa Bürgschaften für Kleos Giro-Konto.

Endlich kann Kleo ihren gesamten Hausstand auf klimagerechten Standard und das nicht mehr umweltgerechten Equipment auf die Müllhalde bringen.

Die Wirtschaft brummt wieder!

Die Villa wird zum Nullenergiehaus, der englische Rasen zum Biogarten, die Ķüchengeräte steuert jetzt daß i-Pad. Eine großflächige Photovoltaik zur Beruhigung des Gewissens und als Rendite-Modell darf selbstverständlich auch nicht fehlen. Ins Büro fährt man mit dem batteriegestützen Fahrrad und zum Wellneß-Wochenende mit dem neuen Hybrid-Auto.

All das bedarf natürlich einer guten „Finanzierung“. Da daß Einkommen schon lange nicht mehr zur Zahlung der anfallenden Zinsen reicht, werden diese über neue Kredite bedient, für die die nun wieder florierenden BiBa bürgt.

So herrscht eitel Freude und Glückseligkeit. Den Kleinaktionären der BiBa werden die wachsenden Umsätze als Unternehmenserfolg präsentiert. Vorsichtige Fragen, warum die Gewinnausschüttungen stagnieren, während die Diäten des Managements exorbitant erhöht werden und wie die aufgenommenen und vergebenen Kredite jemals ausgeglichen werden können, gehen im Jubel unter. Die BiBa ist Umsatzweltmeister geworden!

Dann kam der Tag, an dem auch die cleverste Bilanzierung die Wechselreiterei unserer Drei nicht mehr decken konnte.

Notkredite für fällige Zinszahlungen sorgen für etwas Aufschub. Kleo muß die Haushälterin und den Gärtner entlassen. Sie selbst wird zum Sparen genötigt, leistet sich nur noch eine Mahlzeit am Tag und sitzt abends bei Kerzenschein im leeren Zimmer. Der größte Teil der Neuerwerbungen lagert jetzt im Pfandleihhaus. Im Ökogarten gackern Hühner und grasen Schafe, die alle versorgt werden müssen und deren Eier und Wolle nur wenig zur Entlastung beitragen. Abgekämpft und hungrig läßt ihre Leistung im Büro kontinuierlich nach. Ihr Chef runzelt bereits bedenklich die Stirn.

Es ist nur noch eine Frage von Wochen, bis daß ganze Wirtschaftsförderungsprogramm in sich zusammenbricht.

Und es bricht zusammen!

Kleos Nullenergie-Villa samt Ökogarten, Hühnern und Schafen geht an die Bank. Auch der neue CO2-neutrale Hybrid-PKW und daß Elektrofahrrad stehen nun auf dem Hof der Goldmanns. Kleo selbst leidet unter Burn-Out und wird in einem staatlichen Pflegeheim auf die ewige Ruhe vorbereitet.

Die Geschäftsführung der BiBa streicht noch einen satten Bonus auf den Umsatz der vergangenen Jahre ein und wird nach Offenlegung der Jahresbilanz gegen Zahlung der vertraglich vereinbarten Abfindung entlassen. Für die angefallenen Verbindlichkeiten haften die Aktionäre, denen nach der Abrechnung nur noch der Weg ins soziale Netz bleibt.

Nachdem sich Goldmann Sack & Pack aus der Konkursmasse bedient hat, gehen auch die Lieferanten der BiBa erwartungsgemäß leer aus.

Pogrome MittelalterDie Goldmanns haben sauber abgeräumt und lassen die Gläser klingen.

Ein klein wenig Furcht nur trübt die Stimmung. Die nebelhafte Erinnerung an die rauhen Zeiten, als daß Volk die Goldmanns aus dem Stadttor jagte und die Flammen aus dem Kontor loderten. Aber das sind Geschichten aus einer düsteren Vergangenheit, die sich nie wiederholen wird – dafür ist gesorgt….

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