REFORMATIONSTAG – PAPIERFLIEGER WERDEN SEGENSFLIEGER – FLASHMOBs FÜR MARTIN LUTHER

Für den Reformationstag hat sich die Evangelische Kirche in diesem Jahr etwas ganz besonderes einfallen lassen: Von Schulgebäuden, Rathäusern, Kirchtürmen und Balkonen sollen bunte Papierflieger mit Luther-Zitaten über Städte und Gemeinden segeln – ein religiöser „Flash-Mob“.

Bunt“ ist eines der wesentlichsten Schlagworte der Protestanten. Besonders als Parole „Bunt statt Braun“ mit der man gegen jeden zu Felde zieht, der sich erdreistet, Nationalstolz zu zeigen oder der sich für Erhalt und Wohlfahrt des deutschen Volkes einsetzt. Dieser Personenkreis braucht nicht lange auf den Beschuß durch dieses Klientel warten! Man denke nur an die Schmutzkampagnen gegen Politiker der NPD oder andere sich ihrer Heimat verpflichtet fühlende Menschen. Besondere Beachtung findet jegliche Andeutung von „Antisemitismus“. Damit ist nicht die Ablehnung der semitischen Volksgruppe an sich, zu der u.a. auch die Palästinenser gehören, gemeint, sondern ausschließlich die nicht linientreue Auseinandersetzung mit Ereignissen rund um die jüdische Glaubensgemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, was schnell zu einer Einordnung in die strafbewehrte Rubrik „Volksverhetzung“ führt.So informiert man die Evangelische Jugend unter der Rubrik „Demokratiebildung“ umfassend und „neutral“ über das aktuelle Urteil gegen zwei Betreiber der Netzseite „Altermedia“ mit einer Verknüpfung zum „Hetzportal“ der Gegenseite, füllt die gesamte Rubrik mit Artikeln über „rechtsextreme“ und „menschenfeindliche“ Einstellungen und bietet unter der Überschrift „Nächstenliebe“ Banner gegen Rechtsextremismus zur Ausleihe an. Klare Kante gegen „braun“!

Aber nicht nur die Gegenwart steht unter der Kontrolle der Gesinnungswächter. Geminsam mit dem Linken Mainstream ist man ständig neu dabei, schwarze Flecken in den Lebensläufen großer Deutsch_Innen der Vergangenheit aufzudecken und anzuprangern. So bemühte man sich die Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Rostock vom Namen dieses „Antisemiten“ zu befreien. Die ostpreußische Dichterin Agnes Miegel, deren Werk unglücklicherweise vom damaligem Reichskanzler in höchsten Tönen gelobt wurde, steht als Namensgeberin von Schulen und Straßen bundesweit auf der „Ausmerzungsliste“. Auch hier wurden antisemitsche Bezüge zumindest an den Haaren herbeigezerrt. Die Erfolgsquote im Fall Miegel hält sich, wegen massiver Widerstände der Anwohner, jedoch Grenzen. Bis jetzt wurden etwa ein halbes Dutzend Umbenennungen von „bunten“ Bündnissen durchgeboxt.

(Im niederrheinischen Willich könnte der Namenstausch mit Astrid Lindgren noch im nachhinein ins Auge gehen – schließlich ist diese die Schöpferin eines literarischen Negerkönigs!)

Mit „Courage gegen Rechts“ treiben also die Protestanten mutig und unter vollem Einsatz mit der seichten Strömung des Zeitgeistes dahin.

Mut im Kampf gegen den Untergang ihrer eigenen Religion findet man dagegen kaum noch in diesen Kreisen. Jedes Mischmasch aus Islam, Klimareligion, Judentum und protestantischen Restgedankengut ist ihnen recht. Eine wahrhaft demokratische Religionsgemeinschaft!
Ihrem Gründer, Dr. Martin Luther, folgen so herausragende Persönlichkeiten wie unsere Kanzlerin Angela Merkel, das „Licht unter den Völkern“ und die vom Heiligem Weingeist beseelte Margot Käßmann.

Wenden wir uns nun wieder dem Aufruf der Evangelischen Kirche zu, und suchen Material für die Beschriftung der bunten Papierflieger!

Aber Vorsicht! Es könnten sich erstaunliche Verbindungen zu einigen der oben aufgeführten Personen ergeben! 

Gegen Luther ist Ernst Moritz Arndt geradezu ein Humanist. Arndt werden Äußerungen wie:

„Mann sollte die Einfuhr der Juden aus der Fremde in Deutschland schlechterdings verbieten und hindern. […] Die Juden als Juden passen nicht in diese Welt und in diese Staaten hinein, und darum will ich nicht, daß sie auf eine ungebührliche Weise in Deutschland vermehrt werden.“

zum Vorwurf gemacht. Luther haut da viel deftiger rein:

„Was wollen wir Christen nun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden tun? (…) Ich will meinen treuen Rat geben.
(1.) Erstlich, daß man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserm Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien (…).
(2.) Zum zweiten: daß man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre, denn sie treiben ebendasselbe darin, das sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall tun wie die Zigeuner, auf daß sie wissen, sie seien nicht Herren in unserm Lande (…).“

 Und wie Agnes Miegel wird auch Luther vom ehemaligen Reichskanzler überschwenglich gelobt:

„Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.“

Was wäre aus „Altermedia“ geworden, wenn diese Netzseite den Ahnherren der Evangelischen Kirche mit den Worten:

„Und diese trübe Neige, garstige Hefe, verdorrter Schaum, schimmlige Grundsuppe und morastiger Pfuhl vom Judentum [sind] nichts als eine faule, stinkende, verworfene Neige.
Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist’s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. (…)“

zitiert hätte oder gar einen Leserbrief des Reformators zugelassen hätte?

100 Jahre Haft wären nicht genug!

Gut, Altermedia hat gehetzt – aber mit durchaus geistreicher Ironie und nicht allein geleitet von einem blinden Haß wie der des Religionsgründers.
(Zitat-Quelle: Leipziger Montagsdemo.de)

Um nicht mit den Ursprüngen der auf Volksverhetzung und finstersten Anitisemitismus gegründeten „bunten“ evangelischen Gemeinde in Verbindung gebracht zu werden, sollte man die Zitate für unsere flinken Flieger besser etwas modifizieren und aktuellere Bezüge suchen. Insbesondere die pauschale Verurteilung eines ganzen Volkes für Aufrufe, andere Völker auszurauben,

(Jesajas 60,11: „Deine Tore sollen stets offen stehen, daß die Güter der Völker zu dir gebracht werden unter der Führung ihrer Könige [Kanzler_Innen].“
5. Mose 23,20: „An den Fremden magst du wuchern.)

die noch aus biblischen Zeiten stammen, oder die charakteristische Rolle Einzelner in Finanz- und Medienbranche kann nicht akzeptiert werden!

Beziehen wir uns also konkret auf den derzeit laufenden Untergang der europäischen Einheitswährung und das Versinken der Früchte unserer aller Arbeit in den Rachen der Finanzhaie.
Beschriften wir unsere bunten Papierflieger also mit diesen wohlzensierten Luther-Zitaten:

Wenn ein Dieb zehn Gulden stiehlt, so muß er hängen, raubt er auf der Straße, so ist der Kopf verloren. Aber wenn ein [Bankier] zehn Tonnen Goldes durch seinen Wucher stiehlt und raubt, so ist er lieber als Gott selbst.“

Sie sind eitel Diebe und Räuber, die täglich nicht einen Bissen essen noch einen Faden am Leibe tragen, den sie uns nicht gestohlen und geraubt hätten durch ihren verdammten Wucher, leben also täglich von eitel Diebstahl und Raub mit Weib und Kind, als Erzdiebe und Landräuber, in aller unbußfertigen Selbstsicherheit. Denn ein Wucherer ist ein Erzdieb und Landräuber, der billig am Galgen siebenmal höher als andere Diebe hängen sollte.

…daß man ihnen den Wucher verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold nehme (…). Und dies ist die Ursache: alles, was sie haben, haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher, weil sie sonst kein andres Gewerbe haben.“

…daß man den jungen starken [Banker_Innen und Finanzdienstleister_Innen] in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nase… „

Sind wir doch wohl so blinde und starre Klötze in diesem Stücke (…), daß wir solche große Tyrannei von den heillosen Schelmen leiden, solches nicht sehen noch fühlen, wie sie unsre Junker, ja unsere wütenden Tyrannen sind (…) daß [sie] mit all den genannten teuflischen Greueln uns arme Christen fangen, plagen, martern… „

(Quelle: archive.org)

Von Rassenhaß und menschenverachtenden Antisemitismus befreit, muß man dem geistigen Vater der Evangelischen Kirche ohne Zweifel einen beachtlichen Weitblick bescheinigen.

Mögen so seine, vom Schmutz befreiten, Worte auf tausenden bunten Papierfliegern von Schulgebäuden, Rathäusern, Kirchtürmen und Balkonen über Städte und Gemeinden schweben und das Licht der Erleuchtung über unser Land bringen.

Und vielleicht findet auch ein kleiner Segler den Weg auf den Schreibtisch unserer Pastorentochter, unserer Kanzlerin….

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu REFORMATIONSTAG – PAPIERFLIEGER WERDEN SEGENSFLIEGER – FLASHMOBs FÜR MARTIN LUTHER

  1. kopfschuss911 schreibt:

    Na, das ist doch mal ´ne super Idee 😀 😀 😀
    Die muß man ja noch nicht einmal auf den Reformationstag beschränken….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s