TURGUT ALTUG, MUHARREM ARAS, FIGIN IZGIN, ERTAN TASKIRAN – UNSERE KANDIDATEN FÜR DIE DEUTSCHE HAUPTSTADT

Vier türkischstämmige Kandidaten für Marzahn! So überschreibt die „Welt“ einen Bericht über den Berliner Wahlkampf 2011. Weiter geht es mit der Einleitung:

Kein Bio-Deutscher für Kreuzbergs Wahlkreis 3: Die ausschließlich türkischstämmigen Kandidaten der großen Parteien bestätigen nur das Klischee von der Parallelgesellschaft.

Endlich hat man einen passenden Begriff gefunden, um „Paß-Deutsche“ vom deutschen Volk zu unterscheiden – die Bio-Deutschen!

Von diesen haben sich die „großen Parteien“ in WK 3 befreit und wollen mit so einprägsamen Namen wie Turgut Altug, Muharrem Aras, Figen Izgin und Ertan Taskiran bei der Mehrzahl der Bewohner der Kieze punkten.Offenbar halten alle Parteien die Bio-Deutschen (wie zum Beispiel Cem Özdemir sie nennt) für eine in Kreuzberg zu vernachlässigende Größe. Und damit bestätigen sie dann alle Klischees über Parallelgesellschaften auf die deprimierendste Weise. “ (Die Welt)

Ob es sich bei den Kandidaten um weibliche oder männliche Bewerber handelt, erkennt man als Bio-Deutscher zumindest an den smart und aalglatt lächelnden Konterfeis auf den Wahlplakaten.

Jede türkische Waschmittelwerbeagentur würde sich um diese Volksvertreter reißen.

Ohne Zweifel werden diese, ihre Wahl kann wohl als sicher gelten, dann auch die Interessen ihres Volkes vertreten….

Zum Glück ist die Titelzeile nur ironisch gemeint – der Ausländeranteil liegt gegenüber Paß- und Bio-Deutschen hier nur bei 3,4% während er in Friedrichshain-Kreuzberg mit 21% und in Berlin-Mitte 27% angegeben wird. Jedoch wäre es für die  zukünftigen Mehrheit von Berlin angemessen, auch in solchen noch nicht multikulturell bereicherten Wahlkreisen das Ruder in die Hand zu nehmen.

Allerdings hinkt die Zahl der verfügbaren Kandidaten, trotz deutlicher Steigerung, noch hinter ihrem Bevölkerungsanteil noch hinterher. So hatten in Kreuzberg 2006 7,5% der aufgestellten Kandidaten einen Migrationshintergrund. Diesen Anteil konnte in diesem Jahr immerhin 17,5% erreichen. In Berlin-Mitte steigerte man sich über die Jahre jedoch nur von lausigen 6% (2006) auf aktuell 7,5%. Lediglich im Kreuzberger Wahlkreis 3 herrschen schon realitätsnahe Verhältnisse.

Vielleicht fehlt es einfach in diesen Kreisen an einer ausreichenden Anzahl, wenigstens bei der Plakatierung vorzeigbarer, vertrauenserweckender Kandidaten?

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